Nordspanien unplugged

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Wer sich so frei, wild, wandelbar und ungezähmt fühlt wie der Atlantik, der sollte sich unbedingt einen Trip entlang der spanischen Küste organisieren. Aber bucht euch bloß nicht in irgendein drittklassiges Hotel ein, um dann einen Fuffi pro Nacht zu bezahlen und die Wellen dann höchstens am Horizont zu erahnen. Bessere Idee: großes Auto borgen, Matratze rein und ab an die Küste. Dort gibt es einen Haufen öffentlicher Strände mit kostenlosen Parkplätzen, oft mit Dusche und Klo.

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Die Leidsuchende

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Die „Bittere Seuche“, wie die Eifersucht übersetzt aus dem Althochdeutschen heißt, ist im Wesen und der Geschichte der Menschen fest verankert. Dramen und Tragödien, Bibelstellen, unzählige Kriminalgeschichten und ganze Kriegslegenden basieren auf dieser Gefühlsregung, die tief in unserem Hirn entsteht. Doch woher kommt sie, was macht sie mit uns und was wäre, wenn wir sie überwinden könnten?

Erschienen ist der Artikel im Fuldaer Magazin move36.

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Piraten in Hondarribia

IMG_7671Wenn ich Piratin wäre, würde ich hier landen. An diesem ersten – oder letzten – Zipfel Spaniens, an diesem einsamen Leuchtturm, würde nach Schiffen Ausschau halten, die in den weiten Hafen einlaufen. Dort, wo der Rio Bidasoa Spanien von Frankreich trennt und sein süßes Wasser in den salzigen Atlantik spuckt. Aber viel angenehmer ist es, hier Touristin zu sein, nichts zu tun zu haben, als über die felsige Küste zu kraxeln, die Füße ins Wasser zu halten und zu schwitzen. Der Ort ist hübsch, viel schöner ist aber die wilde Küste, die sich abrupt an den breiten Stadtstrand anschließt. Ein Ort, um zu träumen, Pläne zu schmieden und wieder zu verwerfen.

Zugvögel in Tours

IMG_7655Tours ist heiß und trocken, überall flirren Gerüche in der Luft. Eine Straßenbahnlinie zerschneidet die Stadt und die Gegend davor und dahinter mit einer schnurgeraden Linie. Die Loire und die Cher sind kühle, grüne Oasen zwischen Hochhaussiedlungen. Die Altstadt mit schmalen Gassen zwischen hohen Fachwerkhäusern und alten, imposanten Sandsteingebäuden ist nett aber auch hier ist es zu heiß. An diesem Ort treffen wir Kbir, den Vogelmann, den Marokkaner. Er führt uns zur Loire, zeigt uns ein paar Vögel. Weil sein 17 Jahre altes Boot leckt, ist er hier. Er muss arbeiten, will Geld verdienen, vielleicht bei der Obsternte. Dann will er zurück in seine Lagune, ein neues Boot kaufen, „made of wood“, natürlich. Hier wohnt er bei einem Freund, den wir wenig später besuchen. Es ist, was ich mir unter nicht-artgerechter Haltung vorstelle. Die beiden Männer wohnen in einer kleinen Wohnung am Bahnhof, Kbir stellt uns jedes Gerät in der Küche einzeln vor. Ein wenig verlegen sind wir alle. Eigentlich ist hier alles in Ordnung. Außer Kbir. Der passt so wenig hierher, wie ein Flamingo in die Großstadt. Und er ist ebenso unglücklich. „Some days are so long“, sagt er, will, dass wir bleiben. Ein paar Tage vielleicht, wir können bei ihm wohnen. Stattdessen treten wir beklommen und freundlich den Rückzug an. Etwas mitgenommen von seiner Redseligkeit und, ja, auch von seinem Unglück.

Keine Angst vor Afrika

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In Nigeria verschleppen die islamistischen Terroristen der Boko Haram Mädchen und Frauen, in Tansania werden Elefanten wegen ihrer Stoßzähne abgeschlachtet und in Libyen herrschen so unmenschliche Verhältnisse, dass die Menschen den Weg in einer Nussschale über den Ozean in Kauf nehmen, um aus ihrem Heimatland zu flüchten. Ja, Afrika ist gefährlich. Aber der zweitgrößte Kontinent der Erde ist viel, viel mehr als nur das. Klar, dass eine besorgte Mutter und ein aufgeregter Vater das anders sehen, wenn ihr junges, naives, blondes Mädchen mit dem Auto dorthin fahren will und dann auch noch einen Campingurlaub plant. Raub, Gewalt und Entführung geistern durch die Köpfe meiner Eltern. Schade, denn Afrika ist dreimal so groß wie Europa – und dementsprechend viel gibt es dort zu entdecken.

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